Der November hat einen schlechten Ruf, den er nicht verdient. Der Garten wirkt kahl, das Wetter ist grau und die meisten Hobbygärtner hängen ihre Handschuhe bis März an den Haken. Wer im November jedoch noch ein oder zwei Stunden pro Woche im Garten arbeitet, erledigt Aufgaben, die im Frühjahr nicht mehr anfallen. Das ist ein angenehmer Gedanke, wenn im April alle um dich herum mit der Gartenarbeit beschäftigt sind.
Der November ist nicht das Ende des Gartenjahres. Er ist der ruhigste Monat, um das nächste vorzubereiten.
Der November in 60 Sekunden
Das sind die wichtigsten Aufgaben für diesen Monat:
- Die letzten übrig gebliebenen Blumenzwiebeln pflanzen
- Beete abschließend aufräumen, aber dekorative Stängel stehen lassen
- Empfindliche Pflanzen und Kübel mit Frostschutz versehen
- Den Komposthaufen umsetzen und ergänzen
- Trauermücken bei Zimmerpflanzen bekämpfen
- Den Gartenteich bei Frost auf Eisbildung kontrollieren
- Gartenholz und Terrasse für den Winter behandeln
Was im November in deinem Garten passiert
Der Garten schläft im November nicht, er wird lediglich langsamer. Unter der Erde wachsen die Wurzeln weiter, solange der Boden nicht gefroren ist. Blumenzwiebeln bauen ihre Reserven auf. Bodenbakterien und Regenwürmer verarbeiten das Laub und den Mulch, den du ausgebracht hast. Was über der Erde kahl und leer aussieht, ist unterirdisch weiterhin voller Aktivität.
Der November ist auch ein Monat des Lichts. Wenig Sonne, kurze Tage und das Gefühl, dass sich die Gartenarbeit nicht lohnt. Wer im November jedoch eine Stunde draußen arbeitet, stellt schnell fest, dass es immer etwas zu tun gibt und dass Bewegung an der frischen Luft mehr bringt als das Sofa. Der Garten belohnt dich auch im November, nur leiser als im Mai.
Säen und pflanzen
Die Aussaatzeit ist vorbei, doch für besonders robuste Blumenzwiebeln und winterharte Stauden gibt es noch ein kurzes Pflanzfenster.
- Übrig gebliebene Tulpen- und Narzissenzwiebeln pflanzen, solange der Boden nicht gefroren ist. Später ist zwar weniger ideal, aber immer noch besser als gar nicht
- Winterharte Stauden und Sträucher können an frostfreien Tagen noch gepflanzt werden
- Knoblauch, der im Oktober nicht gepflanzt wurde, kann noch bis Mitte November in die Erde gesetzt werden
- Treibzwiebeln für den Innenbereich vorbereiten: Hyazinthen und Narzissen für eine frühe Blüte im Januar und Februar in einem dunklen, kühlen Raum aufstellen
Schneiden und pflegen
Der November ist der Monat für die letzte Aufräumrunde, aber auch für bewusstes Stehenlassen. Nicht alles, was abgestorben aussieht, ist nutzlos.
- Gräser, Rudbeckien, Samenstände von Fetthennen und Disteln für die winterliche Zierwirkung und als Vogelfutter stehen lassen
- Kranke Stängel und Blätter gründlich entfernen, da Pilzsporen gern in Pflanzenresten überwintern
- Rosen nicht stark zurückschneiden, da die alten Triebe die Wurzeln vor Frost schützen
- Kletterpflanzen auf lockere Befestigungen kontrollieren, bevor die stürmischen Wintermonate beginnen
- Bei Obstbäumen vertrocknete oder mumifizierte Früchte entfernen, die noch am Baum hängen, da sie Pilzkrankheiten beherbergen können
Den Garten pflegen
Der November verlangt nur wenig aktive Pflege, doch die richtigen kleinen Maßnahmen erleichtern das kommende Jahr.
- Mulch in den Beeten und rund um empfindliche Pflanzen ergänzen. Eine dicke Schicht schützt die Wurzeln bei starkem Frost
- Den Komposthaufen umsetzen und gegebenenfalls abdecken, damit der Kompostierungsprozess trotz der Kälte weitergeht
- Bei starkem Regen auf Entwässerungsprobleme achten und verhindern, dass Wasser rund um die Wurzeln stehen bleibt
- Gartenholz an einem trockenen Tag mit Öl oder Lasur behandeln. Nasses Holz nimmt die Mittel nicht richtig auf
- Zäune und Pergolen auf lockere Teile kontrollieren, bevor die Winterstürme beginnen
Gemüsegarten
Der Gemüsegarten ist im November fast leer. Was noch wächst, ist winterhart und schmeckt nach dem Frost häufig sogar besser.
- Rosenkohl von unten nach oben ernten. Nach jeder Frostperiode wird er süßer
- Grünkohl und Pastinaken schmecken nach einigen frostigen Nächten am besten
- Feldsalat und Winterportulak ernten, solange sie weiterwachsen. Beide sind erstaunlich winterhart
- Alle leeren Beete umgraben und mulchen. Der November ist der richtige Monat, um diese Arbeiten abzuschließen
- Saatgutkataloge durchsehen und erste Bestellungen für die neue Saison planen
Rasen
Der Rasen benötigt im November nur wenig Pflege, verlangt aber Rücksicht. Das Betreten eines gefrorenen oder völlig durchnässten Rasens beschädigt die Grasnarbe auf eine Weise, die noch monatelang sichtbar bleiben kann.
- Mähen ist nicht mehr notwendig, wenn die Temperatur dauerhaft unter zehn Grad bleibt
- Laub weiterhin entfernen, solange die Bäume Blätter verlieren
- Den Rasen bei Frost und extremer Nässe nicht betreten
- Den Rasenmäher reinigen, das Messer schärfen lassen und das Gerät bis zum Frühjahr einlagern
Zimmerpflanzen
Zimmerpflanzen stehen im November vollständig im Haus und die meisten befinden sich in ihrer Ruhephase. Weniger zu tun ist die beste Strategie.
- Deutlich weniger gießen als im Sommer. Nasse Wurzeln im Winter bieten ideale Bedingungen für Trauermücken und Wurzelfäule
- Bis zum Frühjahr nicht düngen
- Die Pflanzen möglichst nah ans Fenster stellen, damit sie maximal viel Licht erhalten, und regelmäßig drehen, damit alle Seiten Licht bekommen
- Nachts einen Mindestabstand zu kalten Fenstern einhalten. Blätter, die das Glas berühren, können bei Frost erfrieren
Terrasse und Balkon
Die Terrasse wird im November nur wenig genutzt, verdient aber eine letzte Kontrolle, bevor der Winter wirklich beginnt.
- Überprüfen, ob frostempfindliche Kübel geschützt oder ins Haus gebracht wurden
- Winterharte Kübel auf Füße stellen, damit Wasser ablaufen kann und die Töpfe bei Frost nicht platzen
- Die Terrasse reinigen, bevor sich in den feuchten Wintermonaten Algen und Moos festsetzen
- Außenwasserhähne absperren und die Leitungen vor dem Frost entleeren
Gartenteich
Der Gartenteich beginnt im November mit seiner ruhigsten Phase des Jahres. Fische fressen kaum noch, Wasserpflanzen wurden zurückgeschnitten und die wichtigste Aufgabe besteht darin, ein vollständiges Zufrieren des Teiches zu verhindern.
- Die Fütterung vollständig einstellen, sobald die Wassertemperatur unter fünf Grad fällt
- Bei Frost immer eine kleine Stelle im Eis offen halten, damit schädliche Gase entweichen können
- Einen Teichheizer oder einen schwimmenden Styroporkörper verwenden. Niemals ein Loch ins Eis schlagen, da die Druckwelle Fische verletzen kann
- Die Pumpe bei leichtem Frost nicht ausschalten, aber vor dem Einfrieren schützen
Schädling und Vorbeugung des Monats
Der November ist der arbeitsreichste Monat für Trauermücken im Innenbereich. Alle Zimmerpflanzen stehen im Haus, die Heizung läuft und die Blumenerde trocknet langsamer als draußen. Das sind ideale Bedingungen für Trauermücken, um ihre Eier abzulegen. Die Larven fressen an den Wurzeln und schwächen die Pflanze. Die kleinen Fliegen sind vor allem lästig, aber gleichzeitig ein Hinweis darauf, dass mit der Blumenerde etwas nicht stimmt.
Die Bekämpfung besteht aus zwei Maßnahmen: Lass die Blumenerde zwischen den Wassergaben stärker abtrocknen und setze Nematoden gegen die Larven in der Erde ein. Nematoden gegen Trauermücken wirken auch bei Zimmertemperatur und sind für Menschen und Haustiere vollkommen sicher. Wer jetzt eingreift, verhindert, dass sich ein kleiner Befall zu einem Problem entwickelt, das den gesamten Winter anhält.
Mäuse suchen im November aktiv nach Wärme und Nahrung in Schuppen, Gartenhäusern und unter Terrassenverkleidungen. Überprüfe, ob eingelagerte Blumenzwiebeln sicher verschlossen aufbewahrt werden. Gladiolenzwiebeln, Dahlienknollen und andere eingelagerte Pflanzen sind beliebte Ziele. Eine stabile, fest verschlossene Box oder Kiste bietet ausreichenden Schutz.
Schnecken sind im November weniger sichtbar, aber noch nicht verschwunden. Sie überwintern als Eier im Boden oder als ausgewachsene Tiere unter Steinen, Brettern und in dicht bewachsenen Beeten. Wer sie jetzt entfernt oder ihre Verstecke beseitigt, reduziert die Population für das Frühjahr.
Möchtest du wissen, wie du Trauermücken im Winter bekämpfst, ohne deine Pflanzen zu beschädigen, oder wie du deinen Garten auf die kältesten Monate vorbereitest? In unserer Wissensdatenbank findest du zu jedem Schädling eine ehrliche und verständliche Antwort.
Wenn du nur eine Sache erledigst
Setze Nematoden gegen Trauermücken ein, sobald du die kleinen Fliegen rund um deine Zimmerpflanzen bemerkst. Im November kann sich ein kleiner Befall schnell zu einem großen Problem entwickeln. Ein frühzeitiges Eingreifen erspart dir für den restlichen Winter viel Ärger.
Kompakte Planung für Woche 1 bis 4
Der November verlangt nur wenig, aber die Aufgaben sollten konsequent erledigt werden. Eine Stunde pro Woche reicht aus.
Woche 1
Die letzten Blumenzwiebeln pflanzen. Beete abschließend aufräumen und bewusst entscheiden, was stehen bleiben darf. Den Komposthaufen umsetzen. Zimmerpflanzen auf Trauermücken kontrollieren.
Woche 2
Gartenholz an einem trockenen Tag behandeln. Kletterpflanzen auf lockere Befestigungen kontrollieren. Laub vom Rasen entfernen. Den Gartenteich bei den ersten Nachtfrösten kontrollieren.
Woche 3
Den Rasenmäher reinigen und einlagern. Außenwasserhähne absperren. Die Beete im Gemüsegarten abschließend vorbereiten. Treibzwiebeln für die Winterblüte im Haus ansetzen.
Woche 4
Saatgutkataloge durchsehen und erste Pläne für die kommende Saison erstellen. Den Garten zur Ruhe kommen lassen. Genießen, was noch steht.