Der Dezember ist der einzige Monat, in dem der Garten wirklich nichts von dir verlangt. Die Beete sind vorbereitet, die Blumenzwiebeln liegen in der Erde und der Gemüsegarten ist leer. Wer in den vergangenen Monaten seine Arbeit erledigt hat, darf im Dezember ganz ohne schlechtes Gewissen einfach nach draußen schauen.
Wer trotzdem in den Garten geht, entdeckt, dass der Dezember seine ganz eigene Schönheit besitzt. Mit Raureif überzogene Gräser, rote Beeren vor einem grauen Himmel und die ersten Schneeglöckchen, die sich bereits unter der Erde entwickeln, auch wenn noch nichts von ihnen zu sehen ist. Der Garten schläft, aber nicht besonders tief.
Der Dezember in 60 Sekunden
Das sind die wichtigsten Aufgaben für diesen Monat:
- Frostschutz nach starkem Frost oder Sturm überprüfen
- Den Gartenteich bei anhaltendem Frost eisfrei halten
- Zimmerpflanzen nur minimal gießen und nicht düngen
- Zimmerpflanzen auf Trauermücken kontrollieren
- Vögel füttern, wenn der Boden gefroren ist
- Saatgutkataloge durchsehen und die neue Gartensaison planen
- Gartenwerkzeuge in den ruhigen Monaten warten
Was im Dezember in deinem Garten passiert
Im Dezember entwickelt sich der Garten so langsam wie zu keiner anderen Zeit des Jahres, doch vollständig still steht er nicht. Unter der Erde arbeiten Regenwürmer und Bodenbakterien weiter, solange der Boden nicht gefroren ist. Blumenzwiebeln bauen Reserven für ihren Wachstumsschub im Februar und März auf. Winterharte Pflanzen laufen auf Sparflamme, sind aber nicht abgestorben – sie warten.
Über der Erde ist der Dezember der Monat der winterlichen Zierwirkung. Mit Raureif bedeckte Gräser, die Gerippe verblühter Stauden sowie rote und orangefarbene Beeren von Stechpalme, Eberesche und Zwergmispel prägen das Bild. Wer seinen Garten im November nicht vollständig abgeräumt hat, besitzt im Dezember einen Garten, der auch bei grauem Wetter sehenswert bleibt.
Säen und pflanzen
Der Dezember ist kein typischer Pflanz- oder Aussaatmonat, doch es gibt einige Ausnahmen.
- Übrig gebliebene Blumenzwiebeln können noch in die Erde gesetzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist. Sie blühen später als gewöhnlich, aber sie blühen dennoch
- Winterharte Stauden und Sträucher können an frostfreien Tagen noch gepflanzt werden, wenn es einen guten Grund gibt, dies jetzt zu tun
- Im November angesetzte Treibzwiebeln auf Wachstum kontrollieren. Sobald die Triebe fünf Zentimeter hoch sind, können sie an einen helleren Standort gestellt werden
Schneiden und pflegen
Im Dezember wird nichts geschnitten, es sei denn, Sturm oder Frost haben Schäden verursacht.
- Nach Stürmen auf abgebrochene Äste kontrollieren und lose Teile entfernen, bevor sie herunterfallen
- Alles stehen lassen, was noch ansprechend aussieht. Mit Raureif bedeckte Gräser und Samenstände sind im Dezember besonders schön
- Überprüfen, ob der Frostschutz nach starkem Wind noch richtig sitzt
- Kletterpflanzen nach einem Sturm erneut befestigen, wenn sie sich gelöst haben
Den Garten pflegen
Im Dezember verlangt der Garten fast nichts von dir. Die wenigen möglichen Aufgaben sind klein, aber sinnvoll.
- Den Frostschutz empfindlicher Pflanzen nach starkem Frost überprüfen. Eine Nacht mit minus zehn Grad ist etwas anderes als eine Nacht mit minus zwei Grad
- Schnee von Koniferen und immergrünen Pflanzen entfernen, wenn die Schneelast zu schwer wird. Nasser Schnee kann Äste abbrechen
- Wege und Terrassen aus Sicherheitsgründen eisfrei halten
- Kein Salz auf der Terrasse verwenden, wenn Pflanzen in der Nähe stehen. Salz schädigt Wurzeln und Boden
- Werkzeuge in den ruhigen Monaten überholen: schärfen, ölen und beschädigte Stiele ersetzen
Gemüsegarten
Der Gemüsegarten ist im Dezember fast vollständig leer. Was noch wächst, benötigt die Kälte und schmeckt dadurch häufig sogar besser.
- Rosenkohl, Grünkohl und Pastinaken nach Frostperioden ernten. Dann schmecken sie am besten
- Feldsalat und Winterportulak können auch bei leichtem Frost geerntet werden
- Frühbeet oder Kastenbeet kontrollieren und bei starkem Frost zusätzlich mit Vlies oder alten Decken abdecken
- Saatgutkataloge durchsehen und einen Anbauplan für das kommende Jahr erstellen. Das Januar-Gartenfieber beginnt bereits im Dezember
Rasen
Der Rasen verlangt im Dezember nichts außer Ruhe.
- Den Rasen bei Frost nicht betreten. Gefrorenes Gras, das niedergetreten wird, hinterlässt braune Fußspuren, die wochenlang sichtbar bleiben können
- Den Rasen bei extremer Nässe nicht betreten. Die Grasnarbe wird verdichtet und erholt sich nur langsam
- Liegen noch Blätter auf dem Rasen, können sie entfernt werden, allerdings nicht bei gefrorenem Boden
Zimmerpflanzen
Der Dezember ist der Ruhemonat für Zimmerpflanzen. Weniger ist mehr, und das gilt für fast alle Pflegemaßnahmen.
- Nur sehr wenig gießen. Die meisten Zimmerpflanzen bevorzugen im Dezember fast trockene Wurzeln
- Bis Februar oder März nicht düngen, wenn die Tage wieder deutlich länger werden
- Pflanzen möglichst nah ans Fenster stellen, damit sie im dunkelsten Monat des Jahres so viel Licht wie möglich erhalten
- Nachts Abstand zu kalten Fensterscheiben halten. Blätter, die bei Frost das Glas berühren, können erfrieren
- Trockene Heizungsluft schädigt viele Pflanzen. Eine Schale mit Wasser neben der Pflanze oder ein Luftbefeuchter kann helfen
Trauermücken bleiben auch im Dezember aktiv, wenn die Blumenerde zu feucht bleibt. Die Wärme der Heizung in Kombination mit zu viel Wasser bietet ihren Larven ideale Bedingungen. Nematoden gegen Trauermücken wirken auch bei Zimmertemperatur und sind eine besonders wirksame Möglichkeit, einen Befall zu stoppen, ohne die Pflanze zu schädigen.
Terrasse und Balkon
Die Terrasse dient im Dezember hauptsächlich als Durchgangsbereich. Halte sie sicher und überprüfe gelegentlich, ob alles noch richtig steht.
- Platten und Wege mit Sand oder Katzenstreu eisfrei halten, nicht mit Salz, wenn sich Pflanzen in der Nähe befinden
- Den Frostschutz von Kübelpflanzen nach starkem Frost überprüfen
- Winterharte Pflanzen in Kübeln können draußen bleiben, wenn die Gefäße frostbeständig sind und auf Füßen stehen
Gartenteich
Der Gartenteich benötigt im Dezember nur bei anhaltendem Frost Aufmerksamkeit. Während des restlichen Monats lässt du ihn am besten in Ruhe.
- Bei Frost eine kleine Stelle im Eis offen halten, damit giftige Gase entweichen können und die Fische nicht ersticken
- Einen Teichheizer oder einen schwimmenden Styroporkörper verwenden. Niemals ein Loch ins Eis schlagen, da die Druckwelle Fische verletzen kann
- Die Fütterung vollständig einstellen. Fische fressen im Dezember kaum, und unverdaute Nahrung belastet das Wasser
- Bei anhaltendem Frost überprüfen, ob die Pumpe eingefroren ist
Schädling und Vorbeugung des Monats
Im Dezember gibt es im Haus nur einen wirklich ernst zu nehmenden Schädling: Trauermücken. Sie sind im Dezember besonders aktiv, weil alle Zimmerpflanzen im Haus stehen, die Heizung die Blumenerde warm hält und viele Menschen ihre Pflanzen im Winter zu stark gießen. Die Kombination aus Wärme, Feuchtigkeit und organischer Blumenerde bietet Trauermückenlarven ideale Bedingungen.
Die Vorgehensweise ist einfach: weniger gießen und Nematoden in die Blumenerde einbringen. Nematoden gegen Trauermücken wirken bei Zimmertemperatur, sind biologisch abbaubar und sicher für Menschen, Haustiere und Pflanzen. Wer sie jetzt einsetzt, muss sich im Januar und Februar nicht mehr über kleine Fliegen ärgern, die über den Pflanzen umherschwirren.
Im Freien ist der Dezember hinsichtlich Schädlingen ruhig. Schnecken überwintern als Eier oder ausgewachsene Tiere tief im Boden und sind kaum aktiv. Mäuse können sich im Schuppen oder Gartenhaus eingenistet haben, wenn es dort warm genug ist. Kontrolliere eingelagerte Blumenzwiebeln und Saatgut auf Fraßspuren und achte darauf, dass die Lagerräume gut verschlossen sind.
Möchtest du wissen, wie du Trauermücken im Winter wirksam bekämpfst oder wie deine Zimmerpflanzen gesund durch die dunkelsten Monate kommen? In unserer Wissensdatenbank findest du zu jedem Schädling eine ehrliche und verständliche Antwort.
Wenn du nur eine Sache erledigst
Gieße deine Zimmerpflanzen weniger. Übermäßiges Gießen im Dezember ist einer der häufigsten Gartenfehler des Jahres und eine direkte Ursache für Trauermücken, Wurzelfäule und Pflanzen, die den Winter nicht überleben. Für die meisten Zimmerpflanzen sind trockene Wurzeln im Winter besser als dauerhaft nasse.
Kompakte Planung für Woche 1 bis 4
Der Dezember verlangt nur wenig. Genieße die Ruhe und plane die neue Gartensaison.
Woche 1
Frostschutz überprüfen. Den Gartenteich bei Frost eisfrei halten. Zimmerpflanzen nur minimal gießen. Übrig gebliebene Blumenzwiebeln in die Erde setzen, solange der Boden nicht gefroren ist.
Woche 2
Werkzeuge schärfen und ölen. Treibzwiebeln auf Wachstum kontrollieren. Vögel bei gefrorenem Boden füttern. Trauermücken bekämpfen, sobald du sie entdeckst.
Woche 3
Saatgutkataloge durchsehen und erste Bestellungen aufgeben. Bei starkem Schneefall Schnee von Koniferen entfernen. Zimmerpflanzen zum Fenster drehen, damit sie möglichst viel Licht erhalten.
Woche 4
Einen Anbauplan für die neue Saison erstellen. Den Garten betrachten und seine winterliche Zierwirkung genießen. Nach den ersten Schneeglöckchen Ausschau halten, die sich bereits unter der Erde entwickeln.